"Unglaubliche Woche": Weseler segeln bei WM in die Top Ten
Unter den 50 teilnehmenden Booten aus zwölf Nationen (darunter unter anderem Argentinien, Australien, Frankreich, Italien, Japan und die USA) waren auch fünf Teams aus Deutschland vertreten - und eines davon kam aus Wesel: Die Mannschaft „Jux“ aus Wesel mit Steuermann Thomas Cramer konnte sich am Ende einen sehr starken zehnten Platz (25, 3, 10, 24, 14, 9, 5, 33, 9) sichern und stellte damit schließlich sogar das beste deutsche Boot. Neben Skipper Thomas Cramer bestand das erfolgreiche Team aus dessen Tochter Taktikerin Isabelle Cramer, Trimmer Lucca Günther, Mastmann Loris Schimanski und Vorschiffsfrau Anika Bosse. An den Start ging das Quintett unter der Flagge des Yacht-Club Wesel.
Herausfordernde Bedingungen vor der englischen Küste
Nach noch sehr sonnigen Trainingsbedingungen am Montag mussten die Teilnehmer*innen am ersten Wettkampftag dann mit ganz anderem Wetter kämpfen: vier Meter hohe Wellen, Böen von über 30 Knoten und starke Regenfälle zwangen die Regattaleitung zunächst zum Warten an Land. Erst später konnte südlich der Hafenmauer bei Cawsand Bay gestartet werden.
Auch am zweiten Tag blieben die Bedingungen herausfordernd: 25 Knoten Wind in Böen bis 37 Knoten, schlechte Sicht und nasskaltes Wetter machten den Crews zu schaffen. Doch das Weseler Team bewies Nervenstärke – mit Platz drei im Tagesrennen hinter dem späteren Weltmeister „Headcase“ (Irland) und den Berufsseglern „La Superba“ (Italien) segelte „Jux“ auf das Podium.
Weseler Team segelt konstant im vorderen Mittelfeld
Die folgenden Tage verlangten den Teams dann weiter einiges ab. Immer wieder mussten Starts verschoben werden. Zudem führten die harten Bedingungen zu zahlreichen Materialschäden: Fünf Boote verloren im Laufe der Woche ihr Ruder, mindestens sechs Großbaumbrüche wurden gezählt. Doch „Jux“ blieb standhaft und segelte konstant in den vorderen Mittelfeldrängen.
Zum Abschluss zeigte sich Plymouth noch einmal von seiner rauen Seite. 20 bis 25 Knoten Wind und drei bis vier Meter hoher Schwell begleiteten den letzten Renntag, und viele Crews freuten sich, dass sie an diesem Tag erstmals ihr Genua-Segel einsetzen konnten. Die Crew aus Wesel hielt Kurs und behauptete sich im Feld der internationalen Spitzensegler und schaffte den Sprung in die Top Ten der Gesamtwertung.
Es war eine unglaubliche Woche mit extrem fordernden Bedingungen. Wir sind sehr stolz, dass wir uns hier so gut behaupten konnten.
Thomas Cramer segelt seit 2016 mit Tochter Isabelle und Annika Bosse.
Thomas Cramer, Skipper von Team „Jux“,, über die Weltmeisterschaft vor Plymouth.
Mit diesem Ergebnis ist das Team um Thomas Cramer nicht nur bestes deutsches Boot, sondern reiht sich auch unter die stärksten J/24-Teams der Welt ein. „Es war eine unglaubliche Woche mit extrem fordernden Bedingungen. Wir sind sehr stolz, dass wir uns hier so gut behaupten konnten“, sagte ein glücklicher Thomas Cramer nach der Rückkehr in den Hafen. Der Geschäftsführer eines Weseler Autohauses segelt in der Boots-Klasse J–24, bei der es sich um die zahlenmäßig weltweit größte Kielboot-Einheitsklasse handelt. mit einer Unterbrechung von einiger Zeit schon seit 1992. Seit 2016 formierte er zusammen mit seiner Tochter Isabelle und deren Mitseglerin Annika Bosse die Segelcrew, die jetzt erfolgreich unterwegs ist.
Die Mannschaft bestritt in diesem Jahr schon weitere hochkarätige Wettkämpfe, nahm unter anderem auch an der Kieler Woche, sowie der Deutschen- und der Europameisterschaft teil. Zuletzt haben sie zusammen das schon ältere Boot umfassend überholt und unter anderem auch in einen neuen Mast investiert. Am Ende freut sich das Team, dass sich der Einsatz mit dem Erfolg bei der Weltmeisterschaft so großartig ausgezahlt.
Thomas Cramer segelt seit 2016 mit Tochter Isabelle und Anika Bosse.